JohnPaul Logbuch No 5 | Kontakt mit der Außenwelt

Schreibblockade ist ein sperriges Wort und ein unschöner Zustand, vor allem für Jene, deren täglich Brot das Schreiben ist. Ähnlich erging es mir in den letzten Wochen, als meinem stress- und -kummergeplagtem Wesen die kreative Puste ausging. Obwohl Leid Großes hervorbringen kann, keiner weiß es so gut wie Karsten, hat es keinen Wert, wenn Stress dazu kommt. Aber genug davon. Vor 2 Tagen habe ich mich zu Urlaubszwecken in den Spreewald begeben, diesem Hobbit Land aus mäanderndem Fließen und Kanälen, saftigen Wiesen, in die Landschaft getupfte, gemütliche Häuschen und allerhand Getier, vom Federvieh (z.B. Huhn, Eisvogel, Kranich), bis zur Milchkuh. Und vor allem die gebänderte Prachtlibelle, eine kleine Libellenart mit türkisblauem Körper und zarten ebenso gefärbten Flügeln, die auch in den Elbauen Magdeburgs vorkommt. Hier ist sie jedoch in ungleich größerer Population vertreten. Genau diese Wesen waren gestern meine elfengleichen Begleiter, als ich in meinem Einerkajak über das spiegelstille Wasser der Fließe glitt, vorbei an lila blühendem Rhododendron und knorrigen Wurzeln, die wie bizarre Wesen über die Wasseroberfläche treiben, immer mehr im Einklang mit mir selbst. Und plötzlich kamen mir die ersten Gedanken in den Sinn, wie es weiter gehen könnte, mit dem JohnPaul Logbuch. Voila.

Gehen wir chronologisch vor. Es ist Krieg in Europa. Nicht schön und kein Thema in diesem Blog. Aber Anlass für eine Benefiz Jamsession der Magdeburger Musikszene in Verbundenheit mit dem ukrainischen Volk, die am Sonntag, 15.05.2022 am Le Frog im Stadtpark stattgefunden hat. Es war auch gefühlt die erste größere Nachcorona Veranstaltung der Szene. Die Stimmung war ausgelassen.

Das Wetter fantastisch. Neben den Musikanten und ihrem Anhang, kamen viele Interessierte und Laufkundschaft. Alle waren glücklich. Ein wahres Happening. John Paul war nicht mit vollem Orchester vertreten, André und Thony waren nicht dabei. Zuerst spielten wir „Alle wollen weg“. Hier übernahm Conny neben dem Gesang, auch die Melodica. Bei „Chemnitz“ hatten wir plötzlich einen Saxophonisten auf der Bühne, der von Conny animiert, ein Solo spielte. So muss Session sein. Später hatten wir nochmal Gelegenheit „Aussichtsturm“ zu präsentieren. Die Songs kamen ziemlich gut an, positives Feedback inclusive. Natürlich wird es von Karsten und Conny auch immer perfekt in Szene gesetzt. Rampensäue …

Am Donnerstag darauf gab es mal wieder eine Probe. Um 17.35 Uhr erschien ich abgehetzt als letzter. Für mich eine neue Erfahrung. An diesem Tag auf jeden Fall ein komisches Gefühl. Ohnehin empfand ich diese Probe als schwierig. Es lag Unausgegorenes in der Luft. Ich habe leider kein anderes Wort dafür. Und musikalisch hakte es hier und da. Ein gutes Beispiel, dass Proben immer sinnvoll sind, damit sich die Dinge setzten können. Wären wir im Fußball, würde man die Probe als Arbeitssieg bezeichnen. Man hat sich abgerackert, es sah nicht immer schön aus und es wurde hinter dem Rücken des Schiedsrichters öfter mal die Blutgrätsche ausgefahren. Aber am Ende zählt nur der Sieg.

Was für eine ereignisreiche Woche. Nach Session und Probe, hatte Conny am Freitag, anlässlich seines Geburtstages (34), ins heimatliche Welsleben geladen. Eine illustre Gästeschar hatte sich im Garten auf der überdachten Terrasse eingefunden. Denn das Unwetter dräute nicht nur, sondern fing auch noch real an, aus vollen Kannen in den Garten zu schiffen. Ein paar Unverbesserliche konnten es nicht lassen, sich im Regen an den Grill zu stellen.


Gott sei Dank! Sonst wäre es mit Würstchen und Steaks wirklich schwierig geworden. Im laufe des Abends kam es dann zur einzigen musikalischen Einlage.

Wieder mit Rumpfmannschaft + Marci, der an der Gitarre aushalf. Dasselbe Programm, wie auf der Session. Für Freunde, von Herzen. Die Gelegenheit meinen Bass über die Bose S1 Akku PA zu spielen, ließ ich nicht ungenutzt. Der Begeisterungsschwung hat ausgereicht, um am Folgetag eine Bestellung auszulösen. Inzwischen habe ich auch so ein Ding. Echt genial.

Tja, Fazit: Es geht weiter. Jedes Spielen, jede Aktion, ist ein Puzzleteil auf dem Weg dieser großartigen Band, mit dieser wunderschönen Musik. Man darf nie den Blick dafür verlieren, um was es eigentlich geht. Wofür das alles passiert und was sonst noch so passiert, weil es passiert. Erstaunlich.